Montag, 25. Mai 2020

"reih aktiv", (m)ein Blog im neuen Gewand!

Im Internet bin ich ja aus beruflichen Gründen schon länger unterwegs. Der Grund als Blogger tätig zu werden ergab sich durch den Einstieg in die Lauferei und dem Umstand, dass ich gerne schreibe. Alles begann also vor ca. zwanzig Jahren, wie die nachfolgende Aufzählung zeigt:
1999 - mit 50 fängt das Laufen an
2000 - erster Halbmarathon mit einer Zeit von 2:04:05 (danach weitere Wettbewerbe)
2001 - mein erster Blog (huobaere) entsteht
2002 - erster Marathon mit einer Zeit von 4:36:41
2003 - ich gründete (da wir keinen hatten) einen Laufverein (LC Vitus) in meiner Heimatstadt
2004 - ich organisierte (da wir keinen hatten) den ersten Halbmarathon (Sonnenlauf)

Speziell zu Beginn meiner Obmanntätigkeit des Laufvereines und ganz besonders bei der Organisation der Laufveranstaltung kam mir zugute, dass ich über das Internet (mittels Website und Anmeldesystem) sehr viele Sportler erreichte. Es erleichterte mir auch die Arbeit, da ich anfangs doch sehr viel alleine machte (machen musste). Im Zuge dieser Tätigkeiten fand ich immer öfter Blogs, die für mich damals noch Neuland bedeuteten. Neugierig wie ich war (und noch immer bin) eröffnete ich recht bald einen eigenen Laufblog um eigene Geschichten zu verbreiten bzw. mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Dies mit dem sperrigen Namen "huobaere". der sich daraus ergab, dass damit die erste urkundliche Erwähnung des Namens Huber verbunden ist. Es dauerte allerdings nicht lange, bis mir diese Bezeichnung nicht mehr gefiel, die erste Änderung war fällig!

Der "Silberläufer" war geboren. Die - diesmal einfachere - Erklärung lag darin, dass ich zwischenzeitlich schon 60 Jahre alt war und die grauen Haare immer mehr wurden. Das passte! Leider aber nur für ein paar Jahre, weil ich im Jahr 2011 an Rheuma erkrankte und das nur zwei Monate nach erfreulichen Stockerlplätzen, wie z.B. beim "eigenen Sonnenlauf". Eine unendlich lange Zeit kämpfte ich dagegen (betrachte mich heute übrigens als gesund). An Laufrunden mit Freunden oder gar an Wettbewerbe war nicht mehr zu denken, an Laufgeschichten schon gar nicht. Es stellte sich also die Frage, mit dem Bloggen aufhören oder die Inhalte verändern bzw. erweitern?

Der Silberläufer verschwand in der Versenkung und ich erfand mich wieder neu! Nach einem kurzen Intermezzo als "Der Rastlose" und Problemen mit der dazu gehörigen Website kam ich recht bald zu "reih aktiv", wo nicht mehr der Läufer im Mittelpunkt stand, sondern allgemeine Outdoor- und Freizeitgeschichten. Etliche alte Beiträge habe ich natürlich mitgenommen. In all diesen Prozessen machte ich den Fehler, dass ich jedesmal eine neue Domain erstellte, anstatt die bestehende zu belassen und nur die Bezeichnung des Blogs zu ändern (was manche meiner Kollegen auch tun). So verlor ich leider viele (zu viele) meiner treuen Leser, aber danach ist man immer gescheiter. Geblieben bin ich jedoch bei meinem Anbieter, dem Google-Dienst blogger.com. Diesmal allerdings nicht mehr mit einer eigenen Domain, sondern der kostenfreien Variante.

Natürlich, blogger.com bzw. blogspot bietet nicht den Komfort und die unzähligen Möglichkeiten wie Wordpress, wo man aus dem Vollen schöpfen kann. Mangels Design-Auswahl musste ich hier sogar meine bescheidenen HTML-Kenntnisse ausgraben um das Aussehen an meine Bedürfnisse anzupassen. Man erkennt darin wahrscheinlich sehr bald den gelernten Techniker in mir, dem eine klare Struktur genau so wichtig ist wie ein einfacher und überschaubarer Aufbau. Geändert habe ich endlich auch die Gesamtübersicht, in der ich (wie allgemein üblich) nur mehr die Vorschau auf den Beitrag zeige um dann mittels klick auf "read more" mehr zu erfahren!

Tatsache ist, dass ich in all den Jahren dem Bloggen treu geblieben bin, auch wenn sich die Szene doch sehr verändert hat. Schade ist (so hat es auch Gitta im Feber festgestellt), dass viele der einstigen Gefährten abhanden gekommen sind. Erfreulich hingegen ist, dass wunderbare virtuelle Freundschaften entstanden sind und ich so manche Blogger auch persönlich kennen lernen konnte. Es gibt lang anhaltende Blogger-Kontakte, die aus dieser Hobby-Tätigkeit heraus mit Trusted-Blogs sogar eine Plattform der Extraklasse geschaffen haben. Und dann gibt es wiederum einen, der mir seit Jahren treu zur Seite steht und mir als Docrunner während meiner Erkrankung viel Kraft und Mut gegeben hat. Irgendwie ist es eine Art virtuelle Heimat, die mich mit vielen tollen Personen verbindet, denen ich im Laufe der Zeit begegnet bin.

Das Erscheinungsbild ist nun neu, es sollte aber nicht der Hauptgrund sein meinen Blog zu besuchen. Das Wesentliche sind und bleiben die Inhalte und die Menschen dahinter. Wichtig ist authentisch zu sein und Themen zu beschreiben die Gefallen finden. Ich hoffe das gelingt mir einigermaßen. Über ein Feedback dazu würde ich mich übrigens freuen!

Wenn ich nun schon davon schreibe, dass ich Blogs liebe und zudem auch für ein äußerst effizientes Werkzeug im Internet finde, dann zeige ich nachfolgend, wo man mich - außerhalb des Sports - noch findet. Dazu muss ich festhalten, dass ich - trotz Pensionsalter - noch immer selbstständig tätig bin und auf zwei meiner Webseiten als Unterseite auch Blogs zu betriebswirtschaftlichen Themen und meiner Arbeit schreibe:
- Reinhard Huber, als Berater, Trainer und Coach (vor allem bei Unternehmensgründungen)
- VAWIS, Vereinigung aktiver Wirtschaftssenioren im Dienste der Wirtschaft

Freitag, 8. Mai 2020

Laufgenuss durch das Tal der verwunschenen Schlösser

Im Lexikon liest man über die Kraiger Schlösser recht prosaisch „Drei romanisch-gotische Burgruinen (Vorburg, Hoch- und Niederkraig), 1091 bis 1564 im Besitz der Herzoglichen „Truchsesse von Kraig“. Der trockene Text der Wissenschafter lässt nicht erahnen, dass eine Laufrunde zu den einstigen, das enge Tal beherrschenden Burgen ein Weg in die Romantik wird: Man bewegt sich durch ein grabenähnliches Tal mit mehreren fast verwachsenen Teichen, vorbei an einem alten Bergwerkstollen und darüber thronen die Reste der verfallenen Schlösser, als wären sie einem Sagen- oder Märchenbuch entsprungen. Mitten im Wald trifft man auf ein imposantes mittelalterliches Aquädukt, welches die Wasserleitung zwischen Hoch- und Niederkraig trug.

Das familienfreundliche Naherholungsgebiet Frauenstein/ Kraig liegt im Norden meiner Heimatstadt St. Veit an der Glan. Die Kraiger Schlösser prägen die Geschichte dieser Gegend, die den Namen längst nicht mehr verdienen. Man kann bei den Ruinen nur mehr erahnen, dass es früher einmal stolze Bauwerke waren. Stolz, aber noch gut erhalten ist das Schloss Frauenstein. Von hier aus  führen unzählige Lauf- und Wanderwege. Und obwohl bereits vor meiner Haustüre das Läuferparadies beginnt brauche ich den Reiz einer anderen Umgebung! So wie diesmal!

Am Parkplatz vor dem mächtigen Schloss Frauenstein sieht man nahezu täglich etliche Autos. An einem Wochentag früh morgens allerdings weniger. Leider muss ich gestehen, dass diese Gegend, trotz ihrer Schönheit. nicht zu meinen bevorzugten Laufstrecken zählt, ich kenne mich also nicht besonders gut aus. Daher wählte ich einen Weg der ziemlich direkt zum Kraigersee führt und - entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten (üblicherweise laufe ich gerne Rundkurse) - wieder zurück. Auch die geplante Streckenlänge war etwas kürzer als gewohnt, aber erstens soll dies hier ein Genusslauf werden und (zweitens) auch einer, der teilweise gefilmt wird und somit einige Stopps verlangt!

Der Forstweg beginnt bei einem romantischen Tor neben dem Schloss. Sehr bald gelangt man zu einem der Frauensteiner Teiche, der weiche Waldboden dämpft die Schritte. Man hört nur das Gezwitscher der Vögel, das Rauschen der Blätter - und zwischendurch mein Schnaufen. Verständlich, denn die Strecke ist zwar schön, aber auch ganz schön schwierig. Immerhin sind mehr als 260 Höhenmeter auf einer Länge von knapp neun Kilometer zu bewältigen.

Wie bereits erwähnt habe ich eine Strecke ausgewählt auf der man auch wieder zurücklaufen muss. Es gibt aber Teilbereiche wo man die Wege hin und zurück trennen kann. Vor Niederkraig lief ich daher den Weg nach rechts, der mich, im ständigen Auf und Ab, südlich an den Teichen vorbeiführt.
Ein Schild zum Kraigersee zeigt mir, dass die Route passt, verfehlen kann man sie so oder so nicht. Der Wald wird lichter und in der Ferne sieht man links die Ortschaft Kraig und kurz darauf, an der rechten Seite, den Kraigersee. Auf eine Streckenlänge von ein paar hundert Metern ändert sich der Boden von Schotter bis hin zum Asphalt. Der kleine See wird umrundet und nach dieser Schleife führt mich der Weg wieder zurück.

An der Gabelung laufe ich nun den Weg rechts. Bevor es wieder nach oben geht ist die geschichtsträchtige Burgruine Hochkraig zu erkennen. die 1934 von Putschisten mit einem Hakenkreuz beschmiert, welches erst vor einigen Jahren entfernt wurde. So schön der Anblick ist, so bedauerlicher ist die Geschichte. Vor mir liegt ein weiteres Bauwerk, der Aquädukt (manche meinen auch Viadukt) der Niederkraig mit Wasser versorgte. Egal was es nun ist, für mich jedenfalls immer schon eine mystische Stätte, die wir als Kinder oft aufsuchten.

Die letzten Kilometer brachen an, den weichen Waldboden und Waldgeräusche in vollen Zügen genießend. Hier fällt mir ein, dass ich immer wieder Läufer im Wald begegne, die den Sound ihres mp3-Players dem Orchester der Natur vorziehen. Ansonsten egal, aber in so einer Idylle für mich nicht ganz nachvollziehbar. Vor mir erscheint der Torbogen, der mir das Ende einer sehr empfehlenswerten Lauf- und Wanderstrecke anzeigt. Entspannt und dankbar in so einem Paradies leben zu dürfen gehe ich zum Auto zurück ...

Im nachfolgendem Video gibt es ein paar zusammen geschnittene Sequenzen, die natürlich niemals das Gefühl wiedergeben können, welches man bei diesem Lauf empfindet! Vielleicht kommen aber einige doch auf den Geschmack ...?



Hier gibt es noch Detailinformationen zum Streckenverlauf!

Freitag, 24. April 2020

Die Vermessung der Welt ...

... oder vielleicht doch nur jene der Laufstrecken?

Worum geht es also wirklich in diesem Beitrag? Natürlich nicht um den bekannten Roman von Daniel Kehlmann, sondern, wie wahrscheinlich vermutet darum, dass der Großteil der Freizeitsportler Ergebnisse aus seinen sportlichen Tätigkeiten sichtbar machen will. Sichtbar, indem diese aufgezeichnet und online abgerufen werden können. Manche mehr, manche weniger! Männer mehr, weil sie eben gerne zeigen was sie so drauf haben!

Es gibt eine Vielzahl an Tracking-Möglichkeiten für Lauf-, Rad- und Wanderstrecken. Diese hier aufzuzählen würde den Rahmen des Beitrages bei weitem sprengen und könnte wahrscheinlich auch kaum vollständig sein, weil der Markt zu groß und zu unüberschaubar ist. Der Vorteil, es ist für jeden etwas dabei! Auch für mich! Für mich erwähne ich deshalb besonders, weil ich einerseits sicher bei den ersten dabei war die GPS-Uhren verwendet haben und bis heute dabei geblieben bin.

Als einer mit technischer Ausbildung war es also nahe liegend sehr früh Laufstrecken mit GPS-Uhren zu vermessen. Die Empfindlichkeit war grottenschlecht, die Ergebnisse litten daher unter so manchem Aussetzer, speziell im dichten Wald! Die Geräte selbst waren damals nicht ganz so groß wie alte Handys, aber doch recht ordentliche Ungetüme, die man kaum verstecken konnte, obwohl es mir manchmal ein Bedürfnis war. Überhaupt, wenn ich an die ersten Erlebnisse denke, wo ich bei einem Laufseminar am Wolfgangsee (2002) von einer Trainerin dafür sogar gescholten wurde! So ähnlich ging es mir aber bei meinem ersten 1Kg-Handy auch ;-)

Mein erste Modell war im Jahr 2002 eine Timex Speed & Distance, bei der man den GPS-Empfangsteil, getrennt von der Uhr, am Oberarm trug. Komfortabler war dann schon mein nächstes Modell, der legendäre Garmin Forerunner 101! Wie man am zweiten Foto rechts erkennen kann, auch recht klobig! Aufgrund meiner durchwegs positiven Erfahrungen blieb ich bis heute bei Garmin und seinen Forerunnern. Die meisten im unteren Bild rechts habe ich getragen. aktuell den FR 235, mit dem ich nun doch schon einige Zeit unterwegs bin. Dies auch deshalb, da sich mein Laufverhalten veränderte und meine Distanzen kürzer wurden. Es wird aber trotzdem wieder Zeit für ein Update!

Aufgrund des nunmehr Geschriebenen ist unschwer zu erkennen, dass ich Handys beim Laufen verweigere und somit nach wie vor mit GPS-Uhren unterwegs bin von denen es erfreulicherweise viele Anbieter gibt, sei es Suunto, Polar oder TomTom, oder eben Garmin. Natürlich nutze ich diese praktischen Wegbegleiter um meine Laufeinheiten zu dokumentieren. Als noch viele Wettbewerbe am Programm standen waren die Auswertungen natürlich eine große Hilfe für effizientte Trainingseinheiten. Jetzt bleibt mir nur mehr die Statistik. Am PC, aber auch mittels App am Handy!

Das bedeutet nun folgendes:
Der eine schwört auf Endomondo, der andere auf Runkeeper oder Mymaprun. Sehr viele Fans hat Strava! Ich bevorzuge dazu seit jeher Garmin-Connect. Hier finden sich meine regelmäßigen Aufzeichnungen, hier wird alles wieder gegeben was ich brauche. Viele Jahre habe ich zusätzlich auch GPSies genutzt, weil dieses Tool einfach eine Sonderstellung hatte. Es ging hier nie um Zeiten, sondern um Laufstrecken an sich - weltweit! Das bedeutet, dass ich sehr viele davon hochgeladen habe um anderen zu zeigen wo man in meiner Heimat, oder auch in den von mir besuchten Urlaubsländern, laufen kann. Das habe ich in einem älteren Beitrag mit "Laufrouten - ver(w)irrt in der Fremde?" näher beschrieben!

Nachfolgend zeige ich meine Werkzeuge zur Darstellung meiner Lauf- und Wanderstrecken. In dem Fall also Laufstrecke am Beispiel eines morgendlichen Laufes durch den New Yorker Cenrtralpark, zwei Tage nach meinem unvergesslichsten Marathon. Ich beginne mit meinem bereits erwähnten Standard-Tool - Garmin-Connect!


GPSies gibt es nicht mehr, weil es von AllTrails übernommen wurde, was ich sehr schade finde. Zwischenzeitlich habe ich mich damit angefreundet und übertrage etliche Tracks hierhin, weil ich damit gelaufene Strecken, die ich im Blog immer wieder vorstelle, besser darstellen kann! Das sieht dann so aus!



Bei meinem Blogger-Lauffreund Gerd habe ich ein weiteres Tool gefunden, welches mir gut gefällt und welches ich seit einiger Zeit ebenfalls zur Demonstration meiner Strecken in diversen Blogbeiträgen verwende - Relive. Die gleiche Strecke vom New Yorker Central-Park sieht dann um einiges dynamischer aus!

Wie machst du das?
Kannst du mir deine Art der Aufzeichnungen zeigen?
Würde mich über ein entsprechendes Feedback sehr freuen!

Mittwoch, 8. April 2020

Das Leben in Corona-Zeiten!

Ein Blogbeitrag hätte Anfang April so beginnen können:
Vor ein paar Tagen sind wir von einer 12-tägigen Urlaubsreise zurückgekehrt die uns zuerst nach Südafrika führte. Natürlich mit Highlights wie Kapstadt, dem Tsitsikamma Nationalpark, Port Elisabeth, Stellenbosch und Cap der Guten Hoffnung. Nach aufregenden Tagen ging es weiter in eine gänzlich andere Welt - Dubai.
Wir erlebten die Palmeninsel Jumeirah genauso wie das beim märchenhafte Atlantis- Hotel. Blickten auf das 7-Sterne-Hotel Burj Al Arab und fuhren mit einem Wassertaxi über den Dubai Creek zum exotischen Gewürzmarkt ....

Anstelle eines lang ersehnten Traumurlaubes tranken meine Frau und ich am Tag der geplanten Abreise ein gutes Glas Südafrikanischen Rotweins im Wissen, dass die Welt ganz andere Probleme hat als ein abgesagter Urlaub. Den kann man jederzeit nachholen. Und wenn nicht, stellt das kein nachhaltiges Problem dar.

Natürlich wäre ich gerne gefahren, zumal dieser Urlaub ja bereits der Zweite Folge ist, den wir absagen bzw. stornieren mussten. Der Grund, einmal eine größere Destination anzusteuern war ja mein 70er im Vorjahr, wo Amerika und Kanada am Plan standen. Aufgrund der lebensbedrohenden Erkrankung meines Bruders und des Umstandes, dass auch eine unserer beiden Töchter unsere Hilfe benötigte, kam es zur Absage. Nach dem Motto "aufgeschoben ist nicht aufgehoben" fanden wir das eingangs erwähnte Angebot so attraktiv, dass wir dieses im Herbst des Vorjahres buchten. Eine große Reise, wie wir sie selten unternehmen, scheint uns nicht vergönnt zu sein!

Das alles ist bedeutungslos, wenn man sieht, wie ein kleiner Virus die kühnsten Science-Fiction-Fantasien locker übertrifft und nachhaltige Schäden an Mensch und Wirtschaft verursacht. Dabei fallen mir die vielen kleinen Unternehmen ein, die ich beruflich jahrzehntelang begleitet habe, die großteils "von der Hand in den Mund leben" und die ums Überleben kämpfen. Ich denke an die Existenzängste in vielen Familien und die Dramen, die sich hier abspielen. Ja und dann gibt es noch die vielen Idioten mit Null-Verständnis, ihrer Rücksichtslosigkeit und ihrem Egoismus und vieles mehr!

Wie geht es mir und meiner Familie in dieser Situation?
Im Vergleich zu vielen anderen und bedingt durch den Umstand, dass ich ja bereits in Pension bin (ich beschreibe das immer als "Halb-Pension", weil ich meinen geliebten Beruf noch immer geringfügig und nun verstärkt online ausübe), geht es mir gut. Verschiedene Bereiche des Lebens sind anders! Einerseits, weil die eine Tochter vorüber gehend bei uns eingezogen ist da sie ein Baby hat und ihr Mann in einem gefährdeten Bereich arbeitet, aber auch weil wir die andere Tochter (die in einem anderen Bundesland wohnt) mit ihrer Familie nicht sehen können. Eine zeitweise schwierige Situation in der eine gute Balance erforderlich ist. Wenn man weiß, wie in unseren Breiten Ostern gefeiert wird, dann schwingt da zusätzlich Wehmut mit. In unserer Familie werden wir das gemeinsame Treffen einfach verschieben. In Summe schlägt man sich - ohne besondere Höhen und Tiefen und einer gewissen Langeweile - durch den Tag.

Natürlich bin ich unterwegs und laufe ich!
Schon einmal deshalb, weil ich entweder mit meiner Frau Wanderungen und Radtouren oder alleine auf einsamen Wegen unterwegs bin. Dass Bewegung bzw. Laufen das Immunsystem stärkt ist hinlänglich bekannt und maßloses Übertreiben ist in meinem Alter schon gar nicht angebracht!
Ich habe die Zeit auch genutzt ein paar meiner alten Aufzeichnungen über besondere Läufe und Laufstrecken zusammenzufassen. Ich war schon sehr erstaunt und stolz, als ich die Läufe der letzten Jahre in komprimierter Form sah, wie schnell und weit ich zuweilen unterwegs war! Ein Blog-Thema für das nächste Mal?!

Ich wünsche euch alles Gute und dass ihr gesund bleibt (oder werdet?). Vielleicht wird der eine oder andere das Leben danach mit anderen Augen sehen, nachdenklicher und demütiger werden. Schneller und immer mehr scheint ein Auslaufmodell zu sein, nicht erst seit Covid-19!

Sonntag, 19. Januar 2020

Auftanken in der Therme Olimia

Mindestens einmal im Jahr versuchen meine Frau und ich einen Kurzurlaub in einer Therme zu verbringen. Da wir beide ungern an den gleichen Ort fahren steuern wir immer wieder neue Ziele an. Oder sagen wir - fast immer. Denn in der Therme Olimia waren wir nun schon das dritte Mal!

Die erste Reise in den Ort Podčetrtek gab es im Feber 1995, als die Therme noch ziemlich verschlafen war und das Hotel Atomske Toplice hieß, was für unseren Sprachgebrauch ja nicht sonderlich einladend klang. Das Angebot war bescheiden und die Anlage überschaubar. Wir fuhren damals mit unseren beiden noch sehr jungen Töchtern und der noch rüstigen Schwiegermutter und verbrachten sehr angenehme und entspannende Tage. Trotz, oder gerade aufgrund dieser Zusammensetzung!

Zehn Jahre später buchten meine Frau und ich einen Urlaub in der Therme Olimia in Slowenien. Dort angekommen kam mir die Therme doch einigermaßen vertraut vor, denn hier waren wir schon einmal! Damals, als die Anlage noch - siehe oben - Atomske Toplice hieß! Das war jetzt vom Ziel unbeabsichtigt, aber die Therme erschien im neuen Glanz, war größer und schöner geworden und unser Hotel hieß jetzt Breza! Die Haupttherme (Family Wellness Termalija) wurde zwischenzeitlich hervorragend renoviert. Was uns gefiel war, dass man zwischen Thermenbecken und Liegebereich eine versetzte und durchgehende Zwischenwand einbaute, die den üblichen Lärm unglaublich reduziert.


Diesmal (Mitte Jänner 2020) war es anders. Wir fuhren bewusst und gewollt in die Therme Olimia, buchten aber das noblere 4 Sterne Wellnesshotel Sotelia welches nahe dem angrenzenden Wald liegt. Alle Hotels sind übrigens mittels unterirdischer Gänge miteinander verbunden und mit der Therme sowieso. Nachdem wir erst am Nachmittag ankamen nahmen wir für die verbliebene Zeit die Familien-Therme in Anspruch gönnten uns aber die nächsten beiden Tage die ziemlich neue Wellnestherme Orhidelia die alle Stückerln spielt.

Hier kann man ganz abgeschirmt vom großen Familienbereich entspannen. Es gibt zahlreiche Innen- und Außenbecken, sowie viele Ruheplätze und Rückzugsorte. In den Indoor- und Outdoorbecken erwarten einen Whirlpools, Geysire (heiße Quellen), eine Lichthöhle, sowie ein Becken mit Unterwassermusik. Im Saunabereich gibt es die unterschiedlichsten Saunen, Dampfbäder und andere Entspannungmöglichkeiten.

Dass die Therme Olimia sieben Jahre in Folge als beste Therme Sloweniens ausgezeichnet wurde verwundert also nicht, denn das Angebot lässt keine Wünsche offen. Weder die Kulinarik, die vielen Animations- und Wellnesangebote und auch nicht die unzähligen Wandermöglichkeiten in der Umgebung! Vielleicht mag dem einen oder anderen die dunkle und teils kantige Architektur nicht gefallen. Aber über Geschmäcker kann man sowieso treffend diskutieren. Wichtig ist der Erholungswert und der ist hier auf alle Fälle gegeben!

Das nachfolgende Kurzvideo soll Appetit auf mehr machen!




Donnerstag, 2. Januar 2020

2019 - der Versuch einer Bilanz!

Kürzlich bekam ich von meiner Cousine einen weisen Spruch der zu meinem Credo für das vergangene Jahr wurde:
Schließe ab, mit dem was war. Sei glücklich, über das was ist.
Bleibe offen, für das was kommt. Das Leben ist schön!
Von einfach war nie die Rede!
Warum? Davon gleich mehr!

Familiäres Drama
Mein Bruder ist siebzehn Jahre jünger als ich, beruflich sehr erfolgreich und seit ein paar Jahren allein stehend. Unser Verhältnis beschreibe ich als sehr gut, auch weil uns der Vater sehr früh (ihm zu früh) abhanden kam und ich teilweise dessen Rolle übernahm!
Als ich ihn im Dezember 2018 hilflos in seiner Wohnung fand, ins Krankenhaus einliefern ließ war ich tief betroffen, hatte aber keine Ahnung von dem was da noch kommen sollte. Daher schrieb ich vor einem Jahr "Zum Zeitpunkt des Schreibens ist noch vieles offen ..."

Heute, nach einigen schweren Operationen, monatelangem künstlichem Tiefschlaf, künstlicher Ernährung, Blindheit, Übernahme der Verantwortung durch Erwachsenenvertretung, elf zermürbenden Monaten Krankenhausaufenthalt und Überstellung in ein Heim ist klar, ohne fremde Hilfe geht gar nichts mehr! Das Schicksal hat in höchster Brutalität zugeschlagen und das vergangene Jahr natürlich massiv beeinflusst. Mehr will ich dazu nicht schreiben!

Private Highlights
Meine eigene Familie liebe ich über alles und ist auch der Kraftanker in meinem Leben. So gab (und gibt) in unserer Familie auch sehr erfreuliches, auch wenn es nicht immer im vollen Ausmaß wahrgenommen wird. Hatte 2018 die ältere Tochter geheiratet und die Jüngere Nachwuchs erhalten, so war es im Vorjahr umgekehrt.

In der südsteirischen Weinstraße gab es eine wunderschöne Hochzeit, die unter dem Motto "klein aber fein" stand. Das Wetter war traumhaft, die Gegend sowieso und der Kreis der Gäste sehr familiär. Auch ich hatte wieder für einen besonderen Auftritt gesorgt. Denn, war ich im bei der Älteren als Tänzer mit einer Vater-Tochter-Tanzdarbietung der Extraklasse im Einsatz, so versuchte ich mich diesmal als Sänger. Aber nicht irgendwie, sondern ich textete dafür ein komplettes Lied um, welches dann inhaltlich perfekt passte.

Zu unserer Freude kam im Herbst unser zweiter Enkel auf die Welt, für Stammhalter ist nun gesorgt. Und erfreulich ist auch, den Töchtern und ihren Familien geht es sehr gut!

Mein 70er
Ich gehöre ja zu jenen Menschen die gerne etwas unternehmen. Nachdem ich im Juni 70 Jahre alt wurde gab es ganz besondere Pläne, von denen genau gar keiner umgesetzt werden konnte. Keine große Reise, kein Urlaub. Sogar als wir wirklich einen Kurzurlaub machen wollten wurden wir - das Meer in Sichtweite - von den Ärzten meines Bruders wieder "zurückgepfiffen", da sich sein Zustand rapid verschlechtert hat.

Mit der "Entschädigungen" konnte ich aber gut leben. Einmal weil ich am Geburtstag einen ausgesprochen schönen Abend mit meinen Lieben in dem herrlichen Weingut Taggenbrunn verbringen konnte und wir Tags darauf einen gemeinsamen Tagesausflug an den Bleder See im nahen Slowenien unternahmen. Und zum anderen, weil ich einen gemeinsamen Geburtstagabend mit meinem nahezu zeitgleich 70jährigen Schulfreund und Starkoch Wolfgang Puck verbringen konnte, der in seiner Heimat urlaubte.

Gesundheit
Dieses Thema ist ja ein Fixpunkt bei jedem Jahreswechsel und somit auch bewährter Bestandteil aller Neujahrswünsche. Ist auch logisch und verständlich, ist die Gesundheit doch unser höchstes Gut, wird aber sehr oft missachtet, so lange alles passt!

Jene die meinen Blog hin und wieder lesen wissen, dass dies auch bei mir der Fall war, bis ich im Jahr 2011 von schweren Rheuma (genauer gesagt Rheumatoide Arthritis) erfasst wurde und mich viele Monate kaum mehr bewegen konnte und unter höllischen Schmerzen litt. Und das als Läufer mit zahlreichen Marathons in den Beinen.
Da ich sehr konsequent daran arbeitete diese unangenehme Krankheit in den Griff zu bekommen war der Erfolg meiner Bemühungen eine Frage der Zeit. Bei meiner aktuellen Untersuchung bei meiner Rheumatologin wurde mir bescheinigt, dass nahezu geheilt bin. Nahezu bedeutet, dass es noch Auswirkungen gibt, mich diese aber nicht mehr belasten. Eine überaus erfreuliche Nachricht die zeigt, dass man auch Krankheiten dieser heimtückischen Art in den Griff kriegt und dass man nie aufgeben soll. Nie!! 

Die sportliche Bilanz
Diese ist heuer ziemlich mickrig! Dass die Distanzen mit zunehmendem Alter geringer werden ist klar. So oder so komme ich pro Woche höchst selten über 40 Kilometer. Da ich aber mental - durch die familiären Umstände (dazu zählt auch meine betagte Mutter) - ziemlich belastet bin weiß ich oft nicht wie weit mich die Füße tragen.

Dass ich heuer mit 900 Kilometern weit unter meinen üblichen Erwartungen lag verwundert daher überhaupt nicht. Ich bin aber über jeden Kilometer sehr froh und dankbar. Auch weil sehr viele Laufeinheiten dabei waren, die meiner Seele gut getan haben

Berufliches
Eigentlich bin ich ja seit dem Jahr 2011 in Pension, arbeite aber noch immer gerne und bin daher nach wie vor selbstständig tätig. Einen Teilbereich meiner Arbeit habe ich aber mit Ende 2019 beendet, jene des (von vielen sehr liebevoll und wertschätzend titulierten) Gründervaters, den ich knapp 25 Jahre mit viel Herzblut ausübte. Es war eine wunderbare Zeit, Beruf und Berufung zugleich.

Ich bin sehr dankbar in dieser Zeit eine vierstellige Zahl (!) an Unternehmensgründungen begleitet zu haben, von denen der Großteil sehr nachhaltig und erfolgreich ausgefallen ist. Dass meine Arbeit - sowohl bei Geschäftspartnern, wie auch meiner Hauptzielgruppe - auf fruchtbaren Boden gefallen ist, zeigte die Abschlussveranstaltung im Oktober, die mir echt unter die Haut ging und bei der mir überdurchschnittlich viel Ehre zuteil wurde.

Conclusio
Ich gestehe, dass ich trotz fortgeschrittenem Alter, immer wieder Dinge erlebe, die ich nicht für möglich gehalten habe. Ich gestehe auch, dass ich auf manche gerne verzichtet hätte. Aber ich bin an den Schicksalen gewachsen, auch weil mir irgendwann bewusst wurde, schöne und weniger schöne Momente gehören zum Alltag. Leider haben viele Menschen verlernt die täglichen Wunder bewusst wahrzunehmen, geschweige denn, diese zu genießen.
Daher beende ich den Beitrag wieder mit einem Spruch, der wie folgt lautet:
Glück ist nicht wenn du keine Probleme hast
sondern die Fähigkeit besitzt mit ihnen umzugehen

In diesem Sinne, alles Gute im neuen Jahr mit viel Gesundheit und vielen schönen Momenten.

Montag, 11. November 2019

Wozu Foto-Workshop? Hab eh ein Smartphone!

Meinem Großvater verdanke ich meine frühe Liebe zur Fotografie, die er sich - wie so vieles andere auch - selbst beigebracht hat. Ich erinnere mich gerne, dass - wenn durch das Küchenfenster wieder einmal rotes Licht durchschimmerte - er keine Absicht hatte seine Wohnung in ein anrüchiges Etablissement zu verwandeln, sondern er einfach nur wieder seine Fotos selbst entwickelte. Hinein gehen während der aufwändigen Prozedur war strengstens verboten, denn ein Lichteinfall hätte seine ganze Arbeit zerstört!
So ungefähr sah mein erster Fotoapparat aus. Mit Negativfilm

So war ich denn auch sehr stolz, später einmal als Erbstück einen Fotoapparat zu erhalten, der heute heute in der Google-Suche unter Retro-Kameras zu finden ist. Fotografieren anno dazumal war also sehr abenteuerlich und auch spannend, denn das Ergebnis erhielt man ja erst 1-2 Wochen später als Film und Negativstreifen. Wobei ich gerne erwähne, ich habe noch alle Negativstreifen, besitze Fotoalben die man durchblättern kann, habe aber auch alle Fotos digitalisiert und für alle Familienmitglieder in der Cloud abrufbar (Empfehlung Google-Fotos).

Fotopirsch in Brüssel
Die Fotografie war natürlich nicht immer im Mittelpunkt meiner Interessen, aber dennoch präsent. Das hatte zur Folge, dass ich sehr viele Fotos besitze, was in meinem Alter nicht selbstverständlich ist. Sogar als "Klein Huberlein" aus dem Geburtsjahr 1949! Tatsache ist, dass ich mit Hingabe fotografierte, Fotoalben erstellte, die Bilder in unterschiedlichen Formaten und Größen einklebte, mit Texten versah und auch mit Eintrittskarten und anderen Erinnerungen ergänzte.

Als gelernter Techniker mit großem Hang zur Neugier war ich natürlich immer an neuen Errungenschaften interessiert und besaß daher viele Kameras. Spannend war daher auch der Sprung von der analogen zur digitalen Fotografie. Die Möglichkeit Fotos in Echtzeit zu erhalten war faszinierend. Mit der veränderten Technik stieg auch das Volumen, mein Bedürfnis Fotos in Alben zu kleben sank gegen Null. Dafür stieg die Anzahl der Alben in der Cloud merklich an. So liebe ich es Fotos mit bewegten Bildern zu vermischen, sei es als kurzes Video oder bewegtes Bild (Gif). Wie sonst soll ich die Stimmung bei der Hochzeit meiner Töchter mitnehmen, wenn ich gewisse Momente nicht auch akustisch erleben.

Die Trainer - Martin (Hofmann) & Henry (Welisch)
Kommen wir zum Punkt! Faulheit machte sich breit, mein Können Kameras auch bedienen zu können verschwand. Das ist insofern schade, da ich zu Hause u.a. zwei gute Geräte liegen habe: Eine Nikon D90 und als neueste Errungenschaft eine Nikon Coolpix P900. Die will ich auch über die Automatik hinaus bedienen können!

Auf Empfehlung meines Schwiegersohnes und meiner Tochter, die den FotoWorkshop bereits besucht hat, meldete ich mich bei Photoworkshops für den Termin am 10. November an, den die beiden sympathischen Profis Henry Welisch und Martin Hofmann anboten. Es war Sonntag, ein strahlend schöner Tag erwartete uns. Das half aber nix, denn begonnen wurde mit der Theorie. Nicht staubtrocken, sondern unterhaltsam und verständlich präsentiert. Es war bald sehr klar was zu tun ist, um den Fotoapparat nahezu gleich nutzen zu können wie die Profis - und zugleich so simpel! Anhand der tollen Unterlagen wurde Punkt für Punkt erklärt. Bis zur Mittagspause.

Daniela im Visier einiger Workshop Teilnehmer
Dann kam Daniela ins Spiel, ein bildhübsches und sympathisches Model, welches wir anhand des am Vormittag erlernten an den verschiedensten Orten Villachs und auch bei tollen, wie auch unangenehmen Lichtverhältnissen zu fotografieren hatten. Es war schön zu erleben, wie die Arbeit allen Spaß machte, da scheinbar alle mit den Ergebnissen zufrieden waren. Wie bei allen anderen Kursen auch wäre es halt gut dranzubleiben, da wir sonst sehr bald wieder in den Automatik-Modus zurückfallen. Das ist hin und wieder sicher angebracht, soll aber kein Dauerzustand werden.

Conclusio:
Ein Smartphone zu haben gehört heutzutage zum Leben dazu, damit zu fotografieren auch. Ich mache mit meinem oneplus 6t z.B. geniale Bilder in höchster Qualität. Aber wenn man mehr machen will, dann geht das nur mit einem Fotoapparat. Und dass das "mehr" so einfach sein kann lernt man nicht in den Bedienungsanleitungen, sondern in einem Praxis-Workhop der einfach, verständlich und mit nachhaltiger Wirkung aufgebaut ist. In nur einem Tag verändert sich die Sicht der Dinge!

Danke also an die beiden Fotoprofis Henry und Martin, unserem Model Daniela und allen die ich an diesem Tag kennen lernen durfte. Wer jetzt nach dem Artikel ebenfalls seine Fotokünste ausbauen oder aktualisieren will, dem empfehle ich noch das nachfolgende Video!

Freitag, 1. November 2019

Der erste Sonntag im November

... vor zehn Jahren fiel gleichzeitig auf den Allerheiligentag, den 1. November also. Ein Tag, den man den Verstorbenen widmet. Meiner begann leicht regnerisch um ca. fünf Uhr früh im Hotel Wellington in New York, wo ich drei Tage zuvor mit einer größeren Gruppe laufbegeisterter Memschen (aber trotzdem alleine) angereist bin, um eben an diesem Tag beim berühmtesten aller Marathons teilzunehmen, dem New York City Marathon, den ich mir damals zum 60. Geburtstag quasi selbst geschenkt hatte.

Wer die Details wissen will, kann sich in den nachfolgenden Links einlesen, es lohnt sich:
- New York, der Marathon, der Wahnsinn!
- NYC-Marathon 09, der Rückblick
- Patscherter Marathonmann?
- Artikel "Kärntner Regionamedien"
- Die Fotoserie
Mir geht es in diesem Beitrag um das Drumherum, die Emotionen und Erinnerungen

Die Vorbereitungen dazu begannen bereits Monate zuvor, denn die Startplätze sind rar. Eben deshalb muss man auch nachweislich ein gewisses Zeitlimit erbringen um zum Wunschzeitpunkt dabei sein zu können. In meinem Fall waren das 3h45 für die ominösen 42,2 Kilometer. Dass ich das jemals erreiche hätte ich weitere zehn Jahre davor - als ich mit 50 erstmals die Laufschuhe schnürte - nie für möglich gehalten und in New York zu laufen schon gar nicht.

Was ich dann "in der Stadt, die niemals schläft" erlebt habe wird wohl ewig einzigartig bleiben:
Die Anreise war einigermaßen beschwerlich, sitzt man doch ca. neun Stunden im Flugzeug um dann spät abends am Flughafen selbst die Einreiseprozedur über sich ergehen zu lassen. Es waren gefühlte zwei Stunden. Dann endlich einchecken im Hotel in Manhattan. Es ist Mitternacht als wir durch die Straßen bummeln. Man glaubt sich in diverse Filme hinein versetzt, wenn man den Dampf aus den Kanalschächten aufsteigen sieht. Auch die riesigen Werbewände den Broadway entlang faszinieren. Vor allem aber das Leben um diese Zeit. Menschenmassen auf den Straßen und sogar der Rockefeller-Tower hat noch offen, den wir natürlich nach oben fahren und die Aussicht über die Stadt genießen.

Der Tag X am 1. November 2019 war natürlich das absolute Highlight!
Wenn du mit zigtausenden Menschen (aber doch für dich alleine) am Start stehst, den Bürgermeister der Stadt zusiehst wie er die Startpistole knallen lässt und als Draufgabe Frank Sinatras berühmtes New York, New York singen hörst ist das emotional kaum zu überbieten. Mir kommen die Tränen und ich bedanke mich, dass ich das erleben darf! Der "kleine Huber" mittendrin.

Ich hatte das Glück die mehrstöckige Verenzano Narrows Bridge nach dem Start ganz oben laufen zu können und fand bald meinen Rhythmus. Gleich zu Beginn feuern dich tausende Menschen an. Es geht zuerst durch die Außenbezirke Brooklin und Queens um dann über die nie enden wollende und extrem schwere Queensborrow-Bridge nach Manhattan zu gelangen. Dann gehts los, denn ab hier feuert dich der Großteil der zwei Millionen Zuseher frenetisch an. Die 1st-Avenue ist der längste Teil der Strecke. Am Ende wartet die Bronx. Hier drehen wir eine Ehrenrunde um dann wieder nach Manhattan zu gelangen, wo es nun die 5th-Avenue Richtung Central-Park geht. Bedingt durch zweimaligen Stopp durch Krämpfe wird die Zeit knapp, denn ich will unter vier Stunden ins Ziel. Im Central-Park ein ohrenbetäubendes Getöse tausender Menschen. Diese Motivation lässt mich das Tempo auf 15KMH erhöhen um dann recht bald und überglücklich das Ziel mit einer Zeit von 3:59:28 zu erreichen. Pfuh, das war knapp, aber die 400 Höhenmeter sind halt auch nicht so ohne!

Die Zeit danach
Die beiden Tage danach drehe ich jeden Morgen wunderbare Laufrunden durch den nahe gelegenen Central Park mit jeweils über zehn Kilometer. Das Wetter ist traumhaft, die Skyline Manhattans glänzt hinter dem Jackie-Kennedy-Onassis-Reservoir. Ich besuche auch immer wieder den Battery-Park, für mich ein Wohlfühl-Ort, mit Blick zur Freiheitsstatue. Natürlich besuche ich auch das Guggenheim-Museum und schlurfe einen Tag zu Fuß Manhattan von oben bis unten. Gehe dabei über die Brooklin-Bridge, bin erstaunt den Eislaufplatz beim Rockefeller-Center viel kleiner als erwartet zu sehen, war im China-Viertel genauso wie in jenem der Italiener. Und die m&M's World muss man gesehen haben

Fünf Tage dauerte der Aufenthalt, der mir unvergessliche Erlebnisse für ein ganzes Leben brachte
An die 50.000 Menschen werden auch diesmal wieder die Strecke von der Verrazano Narrows Bridge, über fünf Stadtteile hinweg, bis zum Central Park in Angriff nehmen um eines auf alle Fälle zu tun - FINISHEN! Dieses Ziel im Herzen Manhattens will sich niemand entgehen lassen. Das ist auch mit ein Grund, warum dieser einzigartige Marathon wahrscheinlich die wenigsten Ausfälle verzeichnet.

Ich für meinen Teil werde den New York City Marathon wieder am Fernsehschirm verfolgen und die Läufer auf der Strecke gedanklich begleiten. Wie immer am ersten Sonntag im November ...!

Im nachfolgenden Streckenvideo meines Laufes kannst du mich beim unvergesslichen Marathon begleiten